Allergien – neue Volkskrankheiten

Allergien nehmen dramatisch zu. In Europa leiden heute weit über 25% der Bevölkerung unter einer Allergie, die Hälfte davon unter einer Pollenallergie. Man geht davon aus, dass in den nächsten Jahren jeder zweite in irgendeiner Form davon betroffen sein wird. Es gibt nichts gegen das man nicht allergisch werden könnte. Jeder noch so harmlose Stoff kann eine Sensibilisierung entwickeln. Die häufigsten Auslöser sind:

  • Pollen
  • Hausstaub
  • Tierhaare
  • Hausstaubmilben
  • Schimmelpilze
  • Feinstaub
  • Allgemeine Luftverschmutzung

Formen von Allergien sollten keinenfalls als harmlos abgetan werden, sie bedürfen einer adequaten Behandlung. Die meisten Allergiesymptome sind Heuschnupfen (Fachbegriff „allergische Rhinitis“), Asthma und Konjunktivitis.

Die Nase läuft, die Augen tränen und sind gerötet, die Haut kribbelt. Heuschnupfen-Patienten haben mit diesen für sie unangenehmen, alle Jahre wiederkehrenden Symptomen, zu kämpfen. Ihre Lebensqualität wird dadurch in bestimmten Jahreszeiten stark eingeschränkt. Durch den angehenden Klimawandel und durch die aus Amerika eingeführte Ambrosiapflanze (Ambrosia artemisiifolia oder Traubenkraut/Ragweed) welche die Hauptblütezeit ab Juli bis in den Oktober hinein hat, verlängert sich die Leidenszeit für Pollenallergiker enorm.

Es ist extrem wichtig herauszufinden was die Ursache für eine allergische Reaktion ist, auch wenn dies nicht immer einfach ist. Nur so können die Betroffenen „ihre“ Auslöser meiden (Allergenkarenz).

Bronchiengängige Pollenpartikel und Umweltfaktoren
die zu Allergien führen

Pollenkörner sind in der Regel zwischen 17 und 40 Mikrometer gross. Diese können bei blockierter Nasenatmung tief in die Bronchiolen eingeatmet werden und bei entsprechender Sensibilisierung Pollenasthma auslösen.

Die Zunahme von Pollenallergien ist auch auf Umweltfaktoren zurückzuführen. Aufgrund der globalen Erwärmung beginnen pollenproduzierende Pflanzen wie Hasel, Erle, Birke und andere immer früher zu blühen. Jedes Jahr beginnt z.B. die Birke vier Tage früher zu blühen als im Vorjahr, Roggen jedes Jahr ein Tag und Haselnuss zwei Tage früher. So hat sich beispielsweise der Beginn der Birkenblüte um insgesamt 30 bis 40 Tage nach vorn geschoben. Die Pollensaison beginnt früher und dauert länger und die Pollenmenge in der Luft ist zudem ständig angestiegen. Die Menschen sind folgedessen immer früher, länger und stärker den Pollenallergenen ausgesetzt. Das Risiko eine Allergie zu entwickeln, steigt folglich drastisch an.

Die Verlängerung der Pollensaison und der Temperaturanstieg in Europa verlaufen parallel
(dargestellt am Beispiel Esche)

Für Beschwerden ist der Kontakt mit 50 Pollenkörnern pro Kubikmeter Luft ausreichend. Eine Roggenähre z.B. verbreitet mehr als vier Millionen Pollenkörner während einer Saison.

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